Vereinschronik

Die Geschichte des Sängerbunds seit seiner Gründung im Jahre 1868 in allen Facetten und Details darzustellen, erweist sich als aussichtsloses Unterfangen. Zu vielseitig, zu ereignisreich, zu überfrachtet mit kleinen und kleinsten Episoden würde die Chronik den Rahmen des hier und jetzt Machbaren bei weitem sprengen.

 

Sicherlich wäre es reizvoll, gewisse „Histörchen“ genau zu recherchieren und aneinander gereiht zu dokumentieren, aber hier muss der Hinweis auf andere Gelegenheiten und andere Orte der Veröffentlichung genügen. Im Folgenden sollen wesentliche Entwicklungen und Ereignisse in einem relativ kurzen Abriss behandelt, der Bogen über nunmehr fast eineinhalb Jahrhunderte gespannt und die Darstellung des Chores in der Gegenwart aus der Vergangenheit begründet werden.

 

11. November 1868

Im Gasthaus „Zum Hirsch treffen sich sangesfreudige Männer zur Gründung eines Quartetts. Die Geburtsstunde des Vereins.

 

1872

Der Name „Sängerbund“ taucht erstmals in der Chronik auf. Dieses Datumgalt irrtümlicherweise als Gründungsdatum und wurde bei Jubiläen bis 1922 als Fixpunkt herangezogen. Erst aus den Aufzeichnungen des Schriftführers Josef Bender (vermutlich aus dem Jahre 1923) wird dieser Irrtum ersichtlich und das Gründungsdatum 1868 belegt.

Wie viele andere Gesangvereine der damaligen Zeit auch, litt der Sängerbund unter chronischem Geldmangel, Dirigenten waren nur schwer zu bekommen und noch schwerer zu bezahlen. Aber mit Ausdauer und Beharrlichkeit wuchs aus einem Quartett ein kleiner Männerchor.

 

1874

erste Fahnenweihe

 

1880

die erste historische Aufnahme zeigt 25 stolze Sänger

 

1897

Das 25jährige Vereinsjubiläum wird gefeiert

 

Ab 1904

Teilnahme an Wettsingen mit sehr unterschiedlichen Erfolgen

 

1919 -1921

Aus Mangel an aktiven Mitgliedern (Folge des 1. Weltkriegs) schließt sich der Sängerbund mit dem Liederkranz Rauenberg zusammen unter dem Namen „Vereinigter Männergesangverein“. 1921 erfolgt aber wieder die Trennung.

 

1922

50jähriges Jubiläum mit 2. Fahnenweihe, da . „die erste Fahne eine gewaltige Veralterung erfahren hatte“.

 

1927

erstes Konzert in Rauenberg

 

1933

65 jähriges Stiftungsfest

 

1936

Konzert unter Mitwirkung des Tenors Franz Fehringer und dem Sängerbund Nussloch

 

Ab 1946

wird der Probebetrieb nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgenommen.

 

1947

Alois Sieber wird 1. Vorsitzender. Dieser Name ist mit dem Sängerbund Rauenberg untrennbar verbunden. 27 Jahre ist er fortan Initiator und Seele des Vereins. 

Regelmäßige Konzerte gehörten zum Jahresablauf des Sängerbunds. Die Winterfeier erhält einen festen Platz im Kulturleben von Rauenberg.

 

1953

Mit Chorleiter Erich Happich erzielt der Sängerbund beim Preissingen in Eichtersheim einen hervorragenden 2. Platz in der Gesamtwertung. Erstmals kann in der Generalversammlung von „gesunden wirtschaftlichen Verhältnissen“ berichtet werden.

 

1955

Rundfunksingen

 

1958

71 Sänger singen im Männerchor zum 90jährigen Jubiläum. Großes Sängerfest mit 38 Vereinen beim Punktwertungs-, Kritik- und Freundschaftssingen. 47 Festdamen bilden einen imposanten Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen.

 

1968

100 jähriges Jubiläum. Die dritte (bis heute aktuelle) Vereinsfahne wird geweiht. 45 Vereine beim Punktwertungs-, Prädikat- und Freundschaftssingen. Ehrendame ist Roswitha Schiele. 

Der „Adler“ schließt für immer seine Pforte. Neues Vereinslokal ist das Gasthaus „Linde“.

 

1969

Einweihung der Mannaberghalle

Ab diesem Jahr hat die Winterfeier hier ihren festen Platz. Das Theaterspiel unter der Spielleitung von Gerhard Geißler wird zum festen Programmteil und weit über Rauenberg hinaus bekannt. Die „gemeinsame Spielschar“ aus „Sängerbund“ und „Liederkranz“ agiert 25 erfolgreiche Jahre auf der Bühne.

 

1974

Alois Sieber verstirbt völlig überraschend. Josef Piedl wird 1. Vorsitzender.

 

1975

Friedhelm Albrecht wird Chorleiter. Beim Prädikatsingen in Laudenau/Odw. belegt der Verein einen ausgezeichneten 2. Platz in der Gesamtwertung.

 

1976

Ein reiner Knabenchor wird gegründet. Franz Hirth ist der erste Chorleiter.

Wandertag, Grillfest, mehrtägige Ausflüge werden zum festen Bestandteil des Vereinslebens.

 

1977

Konzert in der Mannaberghalle mit dem Akkordeonclub Kurpfalz Wiesloch.

Die „Fidele Sängerklause“ wird erstmals zur Kerwe 1977 errichtet. Seither ist sie fester Bestandteil der Winzerkerwe am jeweils 2. Oktoberwochenende.

 

1978

110jähriges Sängerfest. 43 Vereine beim Punktwertungs-, Prädikat- und Freundschaftssingen. Ehrendame ist Jutta Munder.

Festausklang mir Großem Bunten Abend im Festzelt

 

1979

Gerold Engelhart wird Chorleiter.

2. Klassenpreis beim Punktwertungssingen in Balzfeld.

Mit 56 Sängern nimmt man am Festbankett des Liederkranz Rauenberg teil.

 

1981

Chorleiter Thomas Reiß wird verpflichtet. Unter seiner nun folgenden 18jährigen Tätigkeit kann der Chor sein gesangliches Niveau erheblich steigern.

 

1982

Prädikatsingen in Wiesloch. Bewertung: „sehr gut“

 

1983

Manfred Menges wird erster Vorsitzender.

Prädikatsingen in Großsachsen. Bewertung: „sehr gut“.

Kirchenkonzert mit dem Badischen Bachorchester Karlsruhe und der Sopranistin Shigeko Debatin.

 

1984

Der Verein führt den Zusatz e.V. nach der Eintragung ins Vereinsregister.

Punktwertungssingen in Mühlhausen. 1. Klassenpreis in M4.

Prädikatsingen in Heidelberg. Tagesbestleistung mit „sehr gut hervorragend“.

Prädikatsingen in Grombach. 2. Platz: „sehr gut hervorragend“.

Zweifellos ist diese Sängerfestsaison die erfolgreichste in der Chronik des „Sängerbundes“, ein absolutes Highlight!

 

1986

Ludwig Thome wird Ehrenvorsitzender

 

1987

Großes „Volkstümliches Konzert“ in der neuen Großen Mannaberghalle, der Verein zeigte eine beachtliche Palette an Volksliedern und Spirituals. Insgesamt 18 Lieder werden vom Männerchor, 6 vom Knabenchor vorgetragen.

Sechstägige Konzertreise nach Helgoland gemeinsam mit MGV Eintracht Schriesheim, Konzert in der vollbesetzten Kirche auf Helgoland.

 

1988

Punktwertungssingen in Mingolsheim, 1. Klassenpreis

120jähriges Jubiläum in „kleinem“ Rahmen in der Mannaberghalle mit Festbankett, Volkslieder- und Freundschaftssingen. Abschluss und Höhepunkt bildete das Konzert des Chorleiter-Kammerchors Bergstraße unter der Leitung von Musikdirektor Gerhard Wind. Ehrendame ist Sandra Repper.

 

1989

Der Sängerbund wechselt vom bisherigen Probelokal „Vogelhäusle“ in die Mannabergschule.

Ein eigenes Zelt wird gebaut für die Kerwe-Aktivitäten.

 

1990

Die Mitgliederzahlen im Knabenchor sind stark rückläufig. Schweren Herzens entschließt sich die Vorstandschaft, diesen aufzulösen.

 

1991

Heinz Nold wird 1. Vorsitzender.

Volkslieder-Wertungssingen in Rotenberg, 1. Klassen- und Dirigentenpreis.

 

1992

Die Generalversammlung beschließt, beim zuständigen Finanzamt die Gemeinnützigkeit für den Verein zu beantragen. 

Konzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul mit dem MGV Ober-Abtsteinach.

Konzertreise in die CSFR.

Kirchenkonzert in Ober-Abtsteinach.

Benefizkonzert in der Pfarrkirche St. Wolfgang in Malschenberg.

Volkslieder-Wertungssingen in Nußloch, 1. Klassen- und Dirigentenpreis.

Delegiertentag zum 125jährigen Vereinsjubiläum. 73 Vereine mit mehr als 3000 Sängerinnen und Sängern melden ihre Teilnahme an. Dem Sängerbund steht das bis dahin größte Sängerfest in der Vereinsgeschichte bevor.

Kirchenkonzert 1992.

 

1993

125jähriges Vereinsjubiläum

Schirmherr Bürgermeister Werner Kummer überreicht beim Festbankett eine neue Fahnenschleife.

Ehrendame ist Nicole Oechsler

Freundschaftssingen, Prädikatsingen, Volkslieder-Wertungssingen.

Rock-Konzert mit Kraichgau Overdrive und Manni Miracle.

Frühschoppen, Senioren-Nachmittag, Heimatabend.

Festkonzert in der kleinen Mannaberghalle mit der Gruppe Ohrwurm und Otto Lamade am Klavier.

 Volkslieder-Wertungssingen in Horrenberg, 1. Klassen- und Dirigentenpreis.

 

1994

Jürgen Piedl wird zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Volkslieder-Wertungssingen in Reichartshausen,

1. Preis der Klasse M3 und Dirigentenpreis.

Dreitägiger Ausflug mit Kirchenkonzert in den Chiemgau

 

1995

Ein neuer Vereinsraum wird in der Mannabergschule eingeweiht. Nach über 1000 Arbeitsstunden und einer fünfmonatigen Umbauphase wird das neue Domizil des Sängerbunds eingeweiht. Gerhard Geißler wird als Spielleiter der Theaterspielschar nach 26 Jahren verabschiedet.

Chor- und Solistenkonzert in der kleinen Mannaberghalle unter Mitwirkung der Bläser des Jungen Kurpfälzischen Kammerensembles und des Baritons Gerhard Bruns.

 

1996

Theaterabend in der Mannaberghalle. Seither werden die Theaterstücke der Spielschar jeweils eine Woche nach der Winterfeier nochmals aufgeführt.

15jähriges Chorleiterjubiläum von Thomas Reiß in Rauenberg. Aus diesem Anlass findet ein Festliches Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul statt. Mitwirkende: Carolin Soyka, Sopran; Junges Kurpfälzisches Kammerensemble, Männerchor und „Jungsänger“ aus Rauenberg und Ober-Abtsteinach.

 

1997

Manfred Menges übernimmt erneut das Amt des 1. Vorsitzenden.

 

1998

Franz Laier erhält die seltene Ehrung für 70 aktive Sängerjahre.

 

1999

Bei der Winterfeier erfolgt die Stabübergabe von Musikdirektor Thomas Reiß an Musikdirektor Dr. Armin Fink. Nach 18 Jahren, in denen der Männerchor mehr Erfolge denn je zuvor erzielte, scheidet ein verdienstvoller, kompetenter und sehr kameradschaftlicher Chorleiter. 

Mit Armin Fink beginnt eine neue Ära. Schon bald beginnen die Vorbereitungen für eine große Unterhaltungsrevue.

Das Schlachtfest als Helferfest wird erstmals auf dem Ihlehof durchgeführt.

Bei der Winzerkerwe spielt erstmals das „Duo Honey“ im Sängerbundzelt. Für die nächsten Jahre ist dies eine feste Größe beim Rauenberger Weinfest.

130 Sänger aus Rauenberg, Kirchheim und Wiesloch sind in den Studios des Rhein-Neckar-Fernsehens, um eine Sendung über die „Revue 2000“ aufzuzeichnen. Ausgestrahlt wird der Beitrag am 10. November.

 

2000

Die Modern Singers gründen sich. Ein neues Gesangsensemble entspringt dem Sängerbund Rauenberg. Die Modern Singers pflegen vornehmlich moderne Chorliteratur, Gospels, Spirituals, aber auch Hits von Abba über Beatles, Elton John bis zu den Rolling Stones werden schon bald aufgeführt.

Die Revue 2000 „Wie die Zeit vergeht“ in der ausverkauften Großen Mannaberghalle sprengt alles bis dahin Gewesene in Rauenberg. Ein phantastisches Zusammenspiel von Showtanz, Ballett, Solisten, Chor- und Orchestermusik schafft ein unvergessliches akustisches und optisches Erlebnis. Die Handschrift von Musikdirektor Armin Fink wird deutlich sichtbar. Der Chor geht mit Erfolg vollkommen neue Wege, ohne die traditionelle Musik zu vernachlässigen.

 

2002

Chorreise nach Spanien der Modern Singers gemeinsam mit Sängern aus Walldorf, Kirchheim, Sandhausen an die Costa Brava. Höhepunkt wird die musikalische Gestaltung einer Messe in der Kathedrale von Barcelona und der Auftritt im weltberühmten Kloster Montserrat.

 

2003

Volkslieder-Wertungssingen in Tairnbach, 1. Klassenpreis in M3 und Dirigentenpreis.

700-Jahr-Feier in Rauenberg. Der Sängerbund ist beim farbenprächtigen historischen Umzug dabei. Die Sängerschänke wird in der Alten Kirchgasse eingerichtet.

Konzert „Highway To Freedom“ in der Pfarrkirche Rauenberg.

Über 200 Sängerinnen und Sänger aus Rauenberg, Nußloch und Kirchheim inklusive Dudelsackklängen begeistern das Publikum. Der Erlös von 1500 € wird für die neue Orgel gestiftet.

 

2004

Volkslieder-Wertungssingen in St. Leon, 1. Klassenpreis in M3 und Dirigentenpreis.

 

2005

Die Beatles-Story in der Großen Mannaberghalle setzt neue Maßstäbe für Rauenberg. Ein gigantisches Musical gemeinsam mit den Sängern und Sängerinnen aus Sandhausen präsentiert das Leben und die Karriere der weltberühmten Pilzköpfe. Standing Ovations in der ausverkauften Halle. Ein unvergessliches Erlebnis, zweifellos der grandiose Höhepunkt im Zusammenwirken zwischen Dr. Armin Fink und dem Sängerbund Rauenberg.

Volkslieder-Wertungssingen in Neudorf, 2.Klassenpreis in M4, nur 2 Punkte hinter der Tagesbestleistung

Viertägiger Ausflug nach Südtirol und Venedig

 

2006

Nach 26-jähriger Vorstandstätigkeit, davon allein 16 Jahren als 1. Vorsitzender übergibt Manfred Menges bei der Generalversammlung die Leitung des Vereins in jüngere Hände. Rudolf Deimel wird zu seinem Nachfolger gewählt.

Rock and Songs im Tierpark. Erstmals treten die Modern Singers mit einer Rockband im Tierpark auf.

 

2007

Fünftägiger Ausflug nach Ungarn.

Classic Meets Rock. Der Sängerbund ist bei der Jubiläumsveranstaltung der Volksbank Wiesloch im Palatin mit einem Auszug aus dem Beatles- Musical dabei.

Delegiertentag zum 140jährigen Sängerfest. 80 Chöre mit ca. 3500 Sängerinnen und Sängern melden ihre Teilnahme. Erstmals wird ein sog. Präsentationsabend für moderne Chorliteratur in einem Festprogramm ausgeschrieben. Mit einem separaten Volklieder-Wertungssingen für Chöre des Kurpfälzischen Sängerkreis Heidelberg sollen eingefahrene und verkrustete Strukturen im Wertungssingen aufgebrochen werden. Kreischorleiter Dr. Armin Fink ist unverkennbar Initiator.

Das Singende Schloss in Heidelberg wird zu einem „heißen“ Erlebnis. Die Modern Singers präsentieren sich gemeinsam mit den „Nachtigallen“ aus Rotenberg in der Aula der Mannabergschule.


Fortsetzung folgt!